[Rezension] Die Beschenkte von Kristin Cashore

Titel: Die sieben Königreiche – Die Beschenkte

Autorin: Kristin Cashore

Verlag: Carlsen

Seitenzahl: 512

Preis: 9,99 € (Taschenbuch)

ISBN: 978-3-551-31009-5

Inhalt:

Katsa ist eine von vielen Beschenkten, die man an den verschiedenfarbigen Augen erkennen kann. Jeder besitzt eine individuelle Gabe, die jedes Mal auf andere Weise ausgeprägt ist und sich mit der Zeit auch verändert. Ihre ist jedoch eine der Mächtigsten, die Gabe des Tötens. Sie empfindet es aber mehr als Fluch als Segen, denn ihr Onkel, König Randa, beansprucht ihre Kräfte hauptsächlich für seine niederen Zwecke. Doch als sie verbotenerweise einen alten Lienid aus der Gefangenschaft befreit, trifft sie Bo, den Prinzen von Lienid und weiß sofort, dass auch er ein Beschenkter ist. Nur er, so scheint es, hat keine Angst vor ihr und ringt geduldig um ihr Vertrauen. Schon bald verbünden sich die beiden, um einen König, mit teuflischer Gabe, das Handwerk zu legen …

Er schien plötzlich nicht zu wissen, was er sagen sollte, schaute nach unten und spielte mit seinen Ringen. Er holte Luft und rieb sich den Kopf, und als er ihr wieder das Gesicht zuwandte, hatte sie das Gefühl, seine Augen seien nackt, sie könne direkt durch sie hindurch ins Licht seiner Seele sehen. Sie wusste, was er sagen würde

Meinung:

Geschichten, in denen Könige und Königinnen über Ländereien herrschen, gefallen mir an sich schon immer sehr gut. Das hier auch noch Fantasie in Form von den „Beschenkten“, die besondere Gaben haben (können auch ganz normale Dinge sein wie z. B. hervorragend zu schwimmen), vorkommt macht das Buch nochmals schöner.

Katsa empfindet ihre besonderes Talent jedoch nicht als Geschenk, sondern eher als Belastung. Überall im Königreich eilt ihr Ruf ihr schon voraus und jeder versucht so gut wie möglich sie zu meiden. Ein paar wenige gibt es aber, die sie gut genug kennen, um zu wissen, dass sie niemals mit Absicht jemanden töten wollen würde.

Als Leser begleitet man Bo und Katsa auf ihrer Reise durch die sieben Königreiche, in dessen Verlauf sie mit einigen Hindernissen konfrontiert werden. Natürlich kommt die Liebe dabei nicht zu kurz! Cashore hat hier ein Liebespaar erschaffen, von dem man immer mehr lesen möchte. Allein das Kennenlernen der beiden ging nicht zu schnell und durch Katsas Misstrauen gegenüber Bo wird es ziemlich interessant. Von Anfang an ist es nicht so offensichtlich wie zum Beispiel in anderen Büchern, dass die beiden wirklich zusammenkommen.

Katsa ist eine junge und starke Frau, die von niemandem abhängig sein möchte. Ungewöhnlicherweise für diese Zeit möchte sie niemals ein Kind, geschweige denn heiraten.  Sie braucht und möchte ihre Freiheit! Schnell merkt man, dass hinter ihrer knallharten Fassade eigentlich ein weicher Kern steckt und auch sehr darunter leidet, von jedem gefürchtet zu werden.

Bo, ein Prinz von Lienid, verzaubert einen sofort mit seiner herzlichen, offenen und selbstlosen Art. Nicht nur den Leser, sondern auch Katsa, die eigentlich gegen Heirat und alles was dazugehört ist. Obwohl sie absolut von seiner Gabe abgeneigt ist, schafft er es durch seine Ehrlichkeit ihr Vertrauen und ihre Liebe zu gewinnen.

Die Autorin packt viel Handlung in die 512 Seiten, doch als Leser hat man nie das Gefühl irgendetwas nicht zu verstehen. An so ziemlich keiner Stelle ging die Spannung  verloren, sondern man fieberte regelrecht mit den beiden immer mit! Schade finde ich nur, dass es keinen weiteren Teil mit Bo und Katsa gibt. In den nächsten Büchern wechseln die Hauptpersonen; die Welt bleibt jedoch die gleiche.

Ich kann das Buch nur empfehlen und hoffe, dass Kristin Cashore noch weitere Bücher schreibt (vielleicht noch mal über Bo und Katsa)! Vor mir habe ich auf jeden Fall noch „die Königliche“.

♥♥♥♥

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